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Veranstaltungen 2011

23.10.2011 bis 20.11.2011

"Petzowpolis"

Vor 85 Jahren, am 30. Oktober 1926, beendete Fritz Lang die Dreharbeiten am zu seiner Zeit teuersten Film der deutschen Filmgeschichte, Metropolis. Auf den ersten Blick ein romantischer Science-Fiction aus der Feder seiner damaligen Gattin Thea von Harbou mit der zentralen Aussage, das Herz solle zwischen Hirn und Hand vermitteln. Die Kritik schmähte den Film, das Publikum mochte die Technologiekritik nicht würdigen. H. G. Wells persönlich diagnostiziert "eine turbulente Konzentration aus fast jeder denkbaren Blödsinnigkeit" in der New York Times. 2001 wurde der Film als erster überhaupt ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Fritz Lang selbst bewertete sein Werk im Laufe seines Lebens recht unterschiedlich. War er zunächst der Überzeugungskraft der vernichtenden Kritik erlegen, so urteilte er unter dem Einfluss der Hippie-Ära verwundert milde über die zentrale Philosophie seiner ehemaligen Lebensgefährtin.

Doch Metropolis ist noch mehr als ein cineastisches Denkmal des Expressionismus. Er verknüpft Visionen einer Zukunft mit der Gesellschaft der damaligen Gegenwart. Er positioniert sich zu den ewigen Fragen menschlichen Zusammenlebens, zu Technologie, Sozialgefüge und sozialen Eruptionen. Hinter mythischen Ikonen lässt sich eine überraschende Aktualität entdecken. Petzowpolis.

11 Künstler aus Berlin und Brandenburg tragen diesen gedanklichen Ansatz mit ihren Werken in die Kirche nach Petzow. Petzowpolis untersucht und interpretiert aus 11 Perspektiven die menschliche Gemeinschaft.

In der Stadt der Zukunft wird die Zukunft der Stadt hinterfragt. Mathematische Visualisierungen stellen gesellschaftliche Entwicklungen als rhytmische stochastische Iterationen dar. Skulpturen lassen Fiktion mit der Realität interagieren. Fragen nach menschlichem Schicksal werden aufgeworfen, die Individualität in der Urbanität der Megacities analysiert, die Evolution von Lebensräumen betrachtet. Auch poetische Fragestellungen bleiben nicht ausgespart: Ob wohl die Lyrik des Schicksals zum Schicksal der Lyrik wird – in Petzowpolis?